Ein Krieg hat begonnen, der seit langem gewollt und geplant war. Gegen alle Bedenken und Warnungen der Vereinten Nationen ist völkerrechtswidrig einem übermächtigen Militärapparat der Befehl zum präventiven Angriff erteilt worden. Kein Einspruch half. Das Votum des Sicherheitsrates wurde mißachtet und als irrelevant verhöhnt. Seit dem 20. März 2003 gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Und gestützt auf dieses Unrecht hat der Stärkere die Macht, Kriegswillige zu kaufen und zu belohnen, Kriegsunwillige zu mißachten oder gar zu bestrafen. Das Wort des derzeitigen amerikanischen Präsidenten "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." lastet als Nachhall aus barbarischer Zeit auf allem gegenwärtigen Geschehen. So kann es nicht verwundern, wenn sich die Sprache des Angreifers der Wortwahl seines Feindes mehr und mehr angeglichen hat. Religiöser Fundamentalismus ermächtigt beide Seiten, den allen Religionen eigenen Begriff "Gott" zu mißbrauchen und nach jeweils fanatischem Verständnis "Gott" in Geiselhaft zu nehmen. Selbst die leidenschaftliche Warnung des Papstes, der aus Erkenntnis weiß, welch fortdauerndes Unheil christliche Kreuzzugsmentalität und -praxis zur Folge gehabt haben, blieb ohne Wirkung. Verstört, ohnmächtig, aber auch voller Zorn sehen wir dem moralischen Niedergang der einzig herrschenden Weltmacht zu, ahnend, daß dem organisierten Wahnsinn eine Folge gewiß ist: die Motivierung zu anschwellendem Terrorismus, zu weiterer Gewalt und Gegengewalt.
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Debatindlæg af David Mathias Klausen